• Ursina Risi

Von Innen nach Außen

Aktualisiert: Apr 21

Wir leben in einer besonderen Zeit. Vieles ist im Umbruch und wir alle sind mit neuen Situationen und Unsicherheiten konfrontiert. Daher ist es mir ein Anliegen, mit den folgenden Zeilen einen positiven Input zu geben. Es geht in diesem Text darum zu zeigen, dass es alternative Möglichkeiten gibt und dass wir vor allem selber etwas tun können, dass wir nicht abhängig Zuhause rumsitzen und Angst haben müssen, sondern dass wir die Situation als Chance nutzen können, um in die Selbstverantwortung zu kommen. Da wir alle in Resonanz mit dem Aussen stehen und in Verbindung mit der Welt sind, gilt: Wenn wir uns selber stärken, stärken wir automatisch auch unser Umfeld und die Welt.

Weiter möchte ich auf die fantastischen Möglichkeiten der Homöopathie hinweisen. Jede Krise trägt individuell und kollektiv ein grosses Potential in sich und ich bin überzeugt, dass für die Homöopathie spätestens jetzt die Zeit gekommen ist, um mit überzeugenden Fallverläufen und schnell wirksamen Arzneien zu leuchten. Individuell behandeln und gleichzeitig einer grossen Masse helfen, sanft und dauerhaft heilen – auf diesen Prinzipien beruht die Homöopathie und sie ist auch in Zeiten von Epidemien eine wirksame, nebenwirkungsfreie und günstige Heilmethode, die alternativ oder komplementär den entscheidenden Unterschied für die Genesung von Kranken machen kann.


Dieser Essay trägt den Titel Von Innen nach Aussen, eine der grundlegendsten Heilungsregeln in der Homöopathie. Dies bedeutet, dass Heilung immer von Innen nach Aussen geschieht, also von der Seele hin zum Körper oder von lebenswichtigen Organen hin zu weniger wichtigen Funktionen. Da viele von uns nun Zuhause sind, erhält der Leitsatz Von Innen nach Aussen aber auch noch eine zweite Bedeutung. So bietet sich jetzt für uns alle die Chance, von Innen nach Aussen zu wirken, also von unserem eigenen Mikrokosmos hin zu viel grössereren Auswirkungen und hin zu einer gemeinsamen Heilung unserer Erde. Denn: Heile ich mich selbst, bin ich die Veränderung, die ich gerne in der Welt sehen möchte.


Wie kann uns die Homöopathie für die Erreichung dieser ehrgeizigen Ziele helfen und vor allem, wo liegen ihre Möglichkeiten während dieser Epidemie? Um diese Fragen zu beantworten, ist es wichtig, im homöopathischen Kontext zwischen zwei verschiedenen Dingen zu unterscheiden:

Erstens gibt es eine sogenannte Akutbehandlung für Probleme, die nur im Moment auftreten, also eine Herangehensweise für akute Krisen oder einen momentanen Zustand. Eine Erkrankung am Coronavirus mit Husten, Atemnot und Erschöpfung könnte hierfür ein Beispiel sein. Aber auch eine akute Erschöpfung aufgrund der angespannten Situation, aufgrund der Kinderbetreuung Zuhause oder Ängste, weil man nicht weiss, wie es finanziell weitergehen wird, ist im homöopathischen Sinne akut zu verstehen.

Zweitens gibt es im Gegensatz zur Akutbehandlung eine sogenannte Konstitutionsbehandlung. Unter konstitutionellen Problemen verstehen wir körperliche und/oder psychische Symptome und Zustände, die schon länger bestehen. Darunter fallen Dinge wie zum Beispiel Heuschnupfen, ein geschwächtes Immunsystem, Ängste, mangelndes Selbstvertrauen oder andauernde Schmerzen.


Die gute Nachricht ist: Egal was momentan in unserem Leben aktuell ist – also ob es sich eher um einen akuten Zustand oder ob es sich um schon länger bestehende, konstitutionelle Probleme handelt – jetzt ist ein guter Zeitpunkt, diese Dinge anzugehen und ich kann eine professionelle, homöopathische Behandlung in jedem Fall nur wärmstens empfehlen. Vor allem auch deswegen, weil die Homöopathie das Immunsystem nachweislich stärkt und eine gute Abwehr im Moment wichtiger denn je ist. Wer von Innen heraus widerstandsfähig ist, wird nicht krank und kann flexibel auf die Herausforderungen der momentanen Situation reagieren.


Da momentan aber bereits viele Menschen erkrankt sind, möchte ich nachfolgend darauf eingehen, wie und mit welchen Methoden die Homöopathie auf solche akuten, epidemischen Krankheiten reagiert und wie wirkungsvoll die Homöopathie auch in diesen akuten Fällen sein kann.

Zuerst einmal ist es immer interessant, sich zu fragen, wann – auch im ganz persönlichen Kontext – eine Akuterkrankung wie eine Grippe oder eine Kinderkrankheit auftritt. Dabei ist es spannend zu beobachten, dass dies eigentlich immer genau dann geschieht, wenn eine Weiterentwicklung blockiert ist, wenn es also irgendwo nicht mehr weitergeht. Der Körper versucht sich dann zu helfen und es entsteht eine meist harmlose, aber typischerweise heftige, fieberhafte Akuterkrankung und man liegt im Bett. Schafft es der Körper, sich zu erholen, passiert in der Folge etwas Aussergewöhnliches: Der vormals blockierte Entwicklungsschritt wird plötzlich möglich. Wer schon einmal ein Kind vor und nach einer Kinderkrankheit gesehen hat, hat vielleicht selbst beobachtet, dass das Kind nach durchgemachter Erkrankung plötzlich viel besser spricht oder reifer und weniger ängstlich geworden ist. Daran kann man erkennen, dass eine Akuterkrankung oft den Weg für positive Veränderungen bahnt.

Global gesehen stecken wir momentan wahrscheinlich genau in einer solchen Akuterkrankung. Da diese zwar für viele Menschen im Grunde harmlos, aber trotzdem heftig ausfallen kann, ist es wichtig, den Patienten schnellstmöglich zur Heilung zu verhelfen, frühe Stadien rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln und schwere Verläufe abzumildern. Was kann die Homöopathie hierbei also leisten? Die Homöopathie wurde in Epidemien gross und schaffte vielerorts vor allem durch die wirkungsvolle Behandlung während Epidemien den Durchbruch. Historisch gesehen kann die Homöopathie in solchen Ausnahmesituationen wie z.B. während der Spanischen Grippe oder während Cholera-Epidemien auf viele Erfolge zurückblicken (siehe hierzu einen kurzen Überblick). Aber auch momentan arbeiten Homöopathen auf der ganzen Welt zusammen, teilen ihre Fälle und Erfahrungen und helfen einander dabei, schnellstmöglich bewährte und wirkungsvolle Arzneien für die aktuelle Erkrankungswelle zu finden.


Grundsätzlich muss gemäss den Prinzipien der Homöopathie auch jetzt – genau wie bei jeder anderen Grippe – das individuelle Krankheitsbild des einzelnen Patienten genau erfasst werden, um ein passendes Mittel zu finden. Für verschiedene Zustände, gibt es verschiedene Mittel und je ähnlicher Mittel und Zustand, desto heilsamer die Arznei und desto schneller die Wirkung. Um dies besser zu verstehen, nachfolgend zwei kurze Beispiele mit zwei verschiedenen Zuständen (einmal Anfangsstadium und einmal fortgeschrittene Erkrankung), obwohl es sich um ein- und dieselbe Erkrankung handelt:

Anfangsstadium: Hat ein Patient zum Beispiel einen ganz plötzlichen Beginn der Erkrankung (z.B. von einer Stunde auf die nächste), hat hohes Fieber und schreckliche Todesangst, ist geistig und körperlich sehr unruhig und verlangt nach Gesellschaft, hat heisse Hände und kalte Füsse, wird ihm wahrscheinlich das homöopathische Mittel Aconitum helfen.

Fortgeschrittene Erkrankung: Ein anderer Patient dagegen leidet nach ein paar Tagen unter einer eisigen Kälte des ganzen Körpers, hat einen ungeheuren Kräfteverlust, wird ohnmächtig, kann sich nicht mehr auf den Beinen halten und beschreibt eine erstickende Atemnot, dann wird ihm in dieser Situation wahrscheinlich das homöopathische Mittel Camphora helfen.


Was sehen wir hier anhand dieser beiden Beispiele? Für eine korrekte homöopathische Behandlung ist immer das individuelle Krankheitsbild des Patienten entscheidend und muss in einem ausführlichen Gespräch genau erfasst werden. Der Patient beschreibt seine Beschwerden so detailliert wie möglich, damit der Homöopath das bestmögliche Arzneimittel auswählen kann. Da es viele tausend verschiedene, geprüfte Arzneien gibt, die genau voneinander differenziert werden müssen, ist eine professionelle, fachlich fundierte Verschreibung für den Erfolg der Therapie absolut entscheidend. Denn: Wird ein unpassendes Mittel gegeben, wird kein Erfolg erzielt. Daher: Bitte meldet euch bei Symptomen bei einem gut ausgebildeten Homöopathen und geht nicht einfach in die Drogerie oder in die Apotheke für eine homöopathische Beratung.

Ziel einer fundierten homöopathischen Behandlung ist es also, jeden Menschen individuell zu behandeln (daher gibt es auch kein Patentrezept bei Grippe): Das bedeutet, dass zwei Menschen mit der gleichen Krankheitsdiagnose wie oben in den Fallbeispielen beschrieben höchstwahrscheinlich nicht die gleiche homöopathische Arznei erhalten, denn entscheidend ist, wie der Mensch seine Krankheit ausdrückt und durch welche individuellen Symptome er sie zeigt und sich damit von einem anderen Patienten mit der gleichen Diagnose unterscheidet.


Während Epidemien hat sich zudem gezeigt, dass bestimmte homöopathische Arzneien häufiger zum Einsatz kommen. Dabei ist es spannend zu sehen, dass es eine Verbindung zwischen Zeitgeist und Arzneien gibt, dass also sowohl die in der Öffentlichkeit diskutierten Ängste, als auch die allgemeine Stimmung der Bevölkerung sich in der homöopathischen Arznei widerspiegelt. Es ist daher keine Überraschung, dass momentan viele Arzneien mit Todesängsten, Wahnideen von einer dunklen, gefährlichen Welt und Arzneien, die nach finanziellen Verlusten angezeigt sind, häufiger verschrieben und benötigt werden. Der psychische und physische Zustand des einzelnen Patienten zeigt dabei einen Ausschnitt aus dem allgemeinen Grundgefühl der Menschen. Daran sehen wir noch einmal, wie eng Individuum und Kollektiv zusammenhängen.


Ein gut gewähltes homöopathisches Arzneimittel wirkt im Akutfall innert Minuten bis Stunden und es ist absolut erstaunlich, wie schnell und kraftvoll solche Arzneien sind. Wer dies je selbst erlebt hat, ist der Homöopathie oft ein Leben lang dankbar und verbunden, denn was als Erfahrung im und am eigenen Körper gespeichert ist, wird zur ruhigen Gewissheit.


Abschliessend möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen: Es war einmal ein Junge zur konstitutionellen Behandlung bei mir und ich verschrieb ihm sein persönliches Konstitutionsmittel. Ein paar Wochen später kam er wieder und erzählte mir, wie es ihm mit dem Mittel ergangen ist. Es hat wunderbar gewirkt und er war überaus glücklich mit der Wirkung. In der Folge hat er mich gefragt, was denn in diesen kleinen Kügelchen drin gewesen sei? Da er ein spezielles Mittel bekommen hatte, habe ich ihm mit viel Mühe versucht zu erklären, was ich ihm gegeben habe und wie die ganze Herstellung – ein kompliziertes Verfahren – funktioniert. Er schaute mich nur mit grossen Augen an und sagte dann ganz ruhig, aber sehr gewiss: „Wissen Sie, ich glaube ja, da war Mut in diesen Kügelchen drin.“


In diesem Sinne wünsche ich euch allen ganz viel Mut in dieser Zeit und hoffe, wir alle können unsere Erde durch unsere eigenen Heilprozesse in ihrer Genesung unterstützen. Habt Vertrauen und nutzt diese Zeit für euch.

Herzlich,

Ursina Risi, dipl. Homöopathin hfnh / SHI 

Dieser Text wurde ursprünglich im Rahmen eines Online-Workshops in Zusammenarbeit mit TheYogaPlaceZürich verfasst. Das Video dazu findet ihr hier.

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